07.08.-19.08.2018

Expedition Franz-Josef-Land 2018

Die Fahrt in ein weitgehend unentdecktes arktisches Paradies mit dem einzigen Expeditionsschiff in 2018 – einzigartig und ein grosses Privileg. Eisbären – die Könige der Arktis, grosse Walross-Kolonien, mächtige Vogelfelsen: Die Inselgruppe Franz-Josef-Land im Norden Russlands ist einer der letzten unberührten Plätze der Welt. Sie ist unbewohnt mit Ausnahme einer kleinen russischen Station. Ein Grossteil der 191 Inseln sind 11 Monate im Jahr von Eis bedeckt.

Birgit Ohlin

Head of Innovation & CEM

Als Leiterin der Innovationsabteilung bei Kontiki Reisen ist Birgit Ohlin immer auf der Spur nach den schönsten Geheimtipps – deshalb freut sie sich speziell auf das unbekannte Franz-Josef-Land.

Sara Geiser

Teamleiterin / Reiseberaterin

Mit der Kamera ausgerüstet begibt sich Eiszeit-Verkaufsberaterin Sarah Geiser gerne auf die Spuren von einmaligen Sujets.

Vom Tropensommer direkt in die kühle Arktis

Tag 1 / 07.08.2018

Erst zum zweiten Mal ist die Edelweiss Air heute von Zürich direkt nach Longyearbyen geflogen, für Kapitän Renzo war es gar der erste Flug an diesen arktischen Ort. Er hat eine extra Schlaufe über die Gletscherzungen, die Flussverläufe und die Berge mit weissen Spitzen gedreht, damit wir diese wunderschöne Natur von oben geniessen konnten. Ein unvergesslicher Anflug: willkommen auf Svalbard! Nach der Ortstour und dem Besuch des Svalbard-Museums heisst es Einschiffen und die grosszügigen, neu renovierten MV Sea Spirit beziehen. Leinen los! Als wir später von den Wellen in den Schlaf gewiegt werden steht die Mitternachtssonne noch immer hoch am Himmel.


Tierische Freuden

Tag 2 / 08.08.2018

Nachdem der raue Seegang gestern beim Verlassen von Spitzbergen einigen etwas zugesetzt hat, wachsen uns heute langsam „Seebeine“ und die Vorfreude an Bord wächst. Wir nutzen den Seetag auf dem Weg Richtung Franz-Josef-Land, um uns für die Expedition vorzubereiten. Der Fotograf Page Chichester teilt seine besten Tricks für gute Aufnahmen und Sergey Shirokiy, der Experte für russische Geschichte, taucht mit uns ein in die Geschichte der ersten Expeditionen rund um Franz-Josef-Land. Das erste Natur-Highlight erwartet uns bereits am Morgen: Bei Moffen Island liegen dicke, runzelige Walrosse an Land und gucken uns gelangweilt an. Jetzt sind wir definitiv angekommen in diesem Naturparadies der Arktis.


Einreise Russland

Tag 3 / 09.08.2018

Gastbeitrag unterstützt durch unsere Gäste Beatrice und Beat Dübendorfer, Sylvia Christeller und Roger Gysin:

Franz-Josef-Land ist bekannt für seine nebelverhangene Landschaft. Doch heute auf der Überfahrt schien tatsächlich die Sonne durch den Nebel. Schon bald schipperten wir am ersten Eisberg vorbei und sahen Lummen am Schiff vorbeisegeln. Auf einer weit entfernten Eisscholle sonnte sich eine Bartrobbe. Am Nachmittag kamen die russischen Beamten an Board für die Immigration. Jeder Passagier wurde mit seinem Pass geprüft und in Rekordzeit von nur vier Stunden waren alle Formalitäten erledigt. Welcome to Russia!


Eisbären und traumhaftes Wetter

Tag 4 / 09.08.2018

Gastbeitrag unterstützt durch unsere Gäste Jolanda und Ewald Mettler und Erwin Flury:

Wow, was für ein traumhafter, unvergesslicher Tag! Begonnen hat er allerdings damit, dass wir nicht wie geplant bei Ziegler Island anlanden konnten. Der Nebel war zu dicht, was für eine Enttäuschung. So schipperten wir weiter nach Querini Island. Eine Expedition verlangt immer viel Flexibilität – zum Glück. Denn plötzlich lichtet sich der Nebel und der Anblick, der uns in der Bucht geboten wurde, wird uns wohl immer in Erinnerung bleiben. Im glatten Wasser spiegeln sich die Eisberge in verschiedenen Blautönen. Beim Erkunden der Bucht mit den Zodiacs sehen wir sie schon von weitem: Zwei Eisbären, die an Land miteinander spielen. Eine Weile schauen wir dem Treiben zu, bis der eine zottelige Kerl sich auf den Weg macht – er musste Hunger gehabt haben. Denn nur wenig später sehen wir ihn am Wasser sitzen und an einem Narwal Kadaver nagen. Was für ein Erlebnis, der Natur so nahe sein zu können! Sogar unsere russischen Ranger können ihren Augen kaum trauen. Den Nachmittag verbringen wir auf den Spuren Nansens und besichtigen sein Winterlager auf Cape Norway. Was für ein Tag!


Noch mehr Eisbären und eine partielle Sonnenfinsternis

Tag 6 / 11.08.2018

Gastbeitrag unterstützt durch unseren Gast Rolf Zehnder:

Auch heute jagt ein Ereignis das andere. Schon am Morgen, beim Erreichen unseres nördlichsten Punkts, haben wir Besuch. Während des Frühstücks gibt es einen Eisbären Alarm. Als wir in der Ferne keinen Eisbären sehen, merken wir plötzlich, dass er sich im Wasser unmittelbar beim Schiff befindet. Neugierig erkundete er schwimmend das Schiff. Etwas später vom Zodiac aus sehen wir dann einen weiteren Eisbären, der hoch vom Berg auf uns herunter blickt. Weiter geht es mit dem Zodiac zur Gletscherwand, welche in allen schönen blau und türkis Farben einen majestätischen Eindruck macht. Nach der Tour rückt die Sonne immer weiter in den Fokus und wir haben riesiges Glück, dass wir die partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Immer mehr lösen wir uns von fixen Plänen und sind offen und dankbar für alles, was uns weiter erwartet.


Polarfuchs und die Vogelwelt

Tag 7 / 12.08.2018

Gastbeitrag unterstützt durch unseren Gast Anita Berchtold:

Nachdem uns gestern eine Walrosskuh einen close-up Einblick in ihren übelriechenden Rachen gewährt hat, sind wir heute froh über ein etwas kleineres und wesentlich niedlicheres Highlight: Auf dem einzelnen südlich im Meer stehenden Basaltfelsen entdecken wir einen Polarfuchs, der flink wie eine Gemse über die Felsen wieselt. Auch das Konzert der Dreizehenmöwen und Krabbentaucher, sowie die pittoresken Permafrostlinien, Mohn und Saxifraga und das etwas weniger pittoreske Müllsammeln auf Kuhn Island sind unvergesslich. Übrigens: ein Hoch auf die Crew – ALLE sind super nett und kompetent! Zum Beispiel bei jeder Zodiac-Tour ein herzliches „Have a nice day“ und ein „Welcome back“ von Jewgeny, Nilo und Angelus.


Champ Island

Tag 8 / 13.08.2018

Gastbeitrag unterstützt durch unseren Gast Franz Pfoster:

Nachdem wir gestern einen sensationellen „Mitternachtssonnen-Fast-Untergang“ erleben durften, startet der heutige Morgen genauso phänomenal. Die Morgensonne leuchtet die Gletscherpassage an, die für den Nachmittag mit einer Zodiac-Cruise vorgesehen ist. Am Morgen können wir auf Champ Island eine Anlandung durchführen. Als ob dies nicht genug ist, scheint die Sonne und wir können die Insel und ihre seltene geologische Stein-Formationen im besten Licht mit blauem Himmel fotografieren. Champ Island wurde nach William Champ benannt, welcher auch an der zweiten Ziegler-Expedition beteiligt war. Am Nachmittag hindert uns der Wind an einer Gletscher-Erkundung, dafür haben wir die Möglichkeit, auf Aldger Island zu spazieren und erleben die Weite und die wunderschönen Farben auf dieser sandigen Insel.


Ice, ice, baby

Tag 9 / 14.08.2018

Gastbeitrag unterstützt durch Lutz Beckebanze, Mitglied des Expeditionsteams:

Da muss man erlebt haben! Heute erkunden wir per Zodiac aus nächster Nähe imposante Eisberge und Gletscherzungen und werden Zeuge eines kalbenden Gletschers. Das knirschende Geräusch war eindrücklich und die Wellen bringen unser Zodiac ganz schön zum Schaukeln. Die Eisbergen leuchten und der Zodiac-Fahrer Sergey meint lachend: „50 shades of blue“. Am Nachmittag haben wir einmal mehr Glück: Wir können beim geschichtsträchtigen Kap Tegetthof anlanden und während einer Wanderung durch die arktische Tundra die frostmusterbedingten Strukturen des Bodens betrachten. Dabei entdecken wir Fussspuren eines Eisbären, die wahrscheinlich vor wenigen Wochen dort entstanden sind. Der Abend wird abgerundet durch eine Versteigerung zugunsten von Polar Bears International, wobei Kontiki den Auktionsbetrag verdoppelt und die Gäste grosszügig unterstützen.


Rubini Rock, Tikhaya Bukhta und ein BBQ auf Deck

Tag 10 / 15.08.2018

Die frühe Tagwache heute hat sich gelohnt, denn wir können auf den Zodiacs einer Kolonie Walrosse aus nächster Nähe beobachten, hören und riechen. Es ist faszinierend zu sehen, wie jeweils ein paar der Tiere Wache halten, um die anderen zu schützen. Zurück auf unserem Schiff gibt es erst einmal Frühstück, gefolgt von der zweiten Aktivität des Tages: Bei Hooker Island können wir – wieder mit den Zodiacs – Rubini Rock besuchen, einer der spektakulärsten Vogelfelsen des Archipels. Auf den mit hellen Flechten bewachsenen Basaltsäulen nestet die grösste Kolonie von Dickschnabellummen und Dreizehenmöwen. So viele Vögel auf einmal zu sehen, ist schlicht überwältigend! Den Nachmittag verbringen wir bei schönstem Wetter in der Tikhaya Bucht, wo wir die erste ehemalige Siedlung besuchen und zwei Polarfüchse beim Spielen beobachten können. Währenddessen umrundet unsere Kajak-Gruppe den Rubini Rock und paddelt der Gletscherabbruchkante entlang. Zur Feier dieses vielseitigen, aufregenden Tages findet auf dem Deck 5 der Sea Spirit ein BBQ statt. So lassen wir den Tag – warm angezogen und dick eingewickelt in Decken – bei Musik und gutem Essen ausklingen, im Hintergrund leuchten einmal mehr die Gletscher in der Mitternachtssonne. Ehrfurcht und Dankbarkeit liegen in der Luft.


Sommer, Sonne, Sonnenschein – Anlandung auf Cape Flora & Zodiac-Tour in der Smith Bucht

Tag 11 / 16.08.2018

Unser letzter Tag in Franz Josef Land! Ist das ein schöner Tag! Ist das ein schwerer Abschied!
Cape Flora macht bei strahlendem Sonnenschein seinem Namen alle Ehre. Tundraschnuppern mit Lutz war toll. Und unsere allerallerletzte Zodiac-Tour führt bei klirrender Kälte in die Smith Bay auf George Land. Ein letztes Mal Gletscherfronten, Eisberge, Dickschnabellummen und Bartrobben. Lange Blicke zurück bei der Rückkehr zur Sea Spirit. Ich fand es noch nie so kalt wie heute; trotzdem überwinden sich ganze 18 Leute und springen bei -1°C ins Meer! Nach dem Abendessen verabschieden wir „unsere“ russischen Ranger mit einer kleinen russischen Ansprache von Kathie Mere und mit Servietten-Winke-Winke von Deck 4. – Doswidanje! Es ist jetzt Freitag 23.30h, es ist taghell und gerade werden auf Alexandraland unsere Pässe für die Ausreise kontrolliert. Eine wunderschöne Reise neigt sich langsam dem Ende.

Gastbeitrag Anita Berchtold: Sie grüsst ihre Kinder: „Roman, Beda und Mira, in 3 Tagen sind Fi und ich wieder bei Euch. 31°C… unvorstellbar!“

Dies ist der letzte Blogbeitrag für diese Reise, wir verabschieden uns von unseren treuen Blog-Lesern :). Uns stehen zwei Seetage bevor, ehe wir am Sonntag die Rückreise mit dem Edelweiss Direktflug nach Zürich antreten. Bis bald!

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