Arktis

Ein Gruss aus dem All?

Mitten in der russischen Arktis zeigt sich ein bizarres Bild: Steinkugeln liegen zwischen Gletscher und Geröll. Je länger man hinschaut, umso mehr entdeckt man. Die kleinsten sind gerade mal so gross wie eine Murmel, die grössten erreichen einen Durchmesser von bis zu drei Metern und manche sind nahezu perfekt rund. Derart wuchtige Formationen gibt es nur hier auf Franz-Josef-Land und in Neuseeland.

Die Kugelsteine haben Champ Island bekannt gemacht, eine von 191 Inseln des Archipels. Erst wenige Menschen haben sie betreten – der Zugang ins geschützte Naturparadies von Franz-Josef-Land ist nur mit einer Expedition möglich.

Verschwörungstheoretiker sind überzeugt, die Steinkugeln seien Grüsse aus dem All. Gegen den Besuch von Ausserirdischen spricht allerdings, dass die Formationen tief im Boden liegen und erst mit der Verwitterung an die Oberfläche gelangen. Geoden oder Konkretionen nennen Wissenschaftler dieses Naturphänomen. Ihre Erklärung ist nüchtern: Die Kugeln entstanden innert Jahrmillionen zwischen Sedimentgesteinsschichten durch schalenförmige Ablagerungen – zum Beispiel um ein Fossil. Weil ihre Hülle härter ist als das Gestein rundherum, zerfallen Geoden nicht und kommen nur langsam zum Vorschein.

Das Packeis, das den Archipel oft umgibt, ist heute mit einem Eisbrecher passierbar. Das Expeditionsschiff von Carl Weyprecht und Julius Payer allerdings blieb im Jahr 1872 im dichten Eis stecken. Zehn Monate später entdeckten sie plötzlich Land und verliessen ihr Schiff, um die Insel zu Fuss zu erkunden; den Archipel benannte die österreichisch-ungarische Mannschaft nach dem österreichischen Kaiser Franz Josef.

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