Faszination Antarktis

Reich der Pinguine

Die Antarktis ist ein Kontinent der Extreme. Leben bedeutet hier vor allem eines: Überleben. Und dennoch gilt sie bei denen, die sie bereist haben, als «schönstes Ende der Welt».

Geschichte

Bereits im 15. Jahrhundert kartografieren Wissenschaftler einen Südkontinent und nennen ihn «Terra Australis». Sie nehmen an, diese Landmassen bilden ein Gegengewicht zur Nordhalbkugel, um die Erde stabil zu halten.

James Cook überquert 1773 als erster Mensch den südlichen Polarkreis. Allerdings dauert es bis ins Jahr 1820, bis Kapitän Fabian von Bellingshausen das antarktische Festland zum ersten Mal erblickt.

Der 6. Internationale Geographische Kongress 1895 in London legt dann den Startschuss für die eigentliche Entdeckung der Antarktis. Die Wissenschaftler der Welt werden dabei in einer Resolution aufgefordert, die antarktische Region – «den letzten unbekannten Flecken der Erde» zu erforschen.

Besonders das Erreichen des Südpols wird zum Prestigeprojekt und löst ein eigentliches Rennen aus. Ernest Shackleton nähert sich 1909 dem Südpol bis auf 150 Kilometer, bevor er umkehren muss. Am 14. Dezember 1911 erreicht der Norweger Roald Amundsen als Erster den Südpol. Einen Monat später schafft es auch die Expedition des Briten Robert Falcon Scott, obwohl sie zuerst in Antarktika gelandet war. Tragischerweise kommt Scott auf dem Rückweg in einem Schneesturm ums Leben – nur wenige Kilometer vom rettenden Lager entfernt.

Tierparadies

Pinguine sind Meeresvögel und somit Wassertiere; sie kommen nur zum Brüten an Land. Nur vier der 17 Pinguinarten brüten auf dem antarktischen Festland: der Kaiserpinguin, der Eselspinguin, der Adéliepinguin und der Zügelpinguin.

Weitere Brutvögel sind der Schneesturmvogel, die Dominikanermöwe und der Skua. An den Küsten und auf den Inseln leben Pelzrobben, Krabbenfresserrobben, Seeelefanten und Seeleoparden.

Die eigentlichen Höhepunkte aber sind die sub-antarktischen Inseln. Die Falklandinseln begeistern Ornithologen: 63 Vogelarten sind heimisch, darunter Albatrosse und Karakaras. Und das abgelegene Südgeorgien ist DAS Tierparadies schlechthin. Die Insel ist eines der wichtigsten Brutgebiete des Königspinguins: Über 400000 Tiere leben hier in grossen Kolonien.

Die bei uns bekannteste Pinguinart ist der Königspinguin. Die Körperlänge beträgt ca. 90 cm, das Körpergewicht 15 kg; nur der Kaiserpinguin ist noch grösser. Die Pinguine fangen kleine Fische, Krebse und Tintenfische. Auf einem Jagdausflug können sie über 10 kg Fisch aufnehmen.

Königspinguine legen nur ein Ei. Sie bauen kein Nest, sondern tragen das Ei auf ihren Füssen. Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten alle zwei Wochen ab. Da die Aufzucht über 15 Monate dauert, müssen die Jungen auch einen harten Winter überleben. Die Elterntiere sind dabei permanent auf Futtersuche. Im Winter wird der Weg zum eisfreien Meer besonders lang und Jungtiere werden nur noch in grossen Abständen von ein bis zwei Wochen gefüttert.

Geografie und Klima

Die Antarktis hat eine Grösse von über 14 Millionen km² und ist somit etwa 350 Mal grösser als die Schweiz. Im Gegensatz zur Arktis, die ein dauernd gefrorenes Meer ist, stellt die Antarktis einen echten Kontinent dar. Man spricht deshalb gerne auch vom sechsten Kontinent.

Unter dem Begriff Antarktis werden zwei Regionen zusammengefasst: Die «Antarktika», das eigentliche Festland, sowie die «antarktische Region», die auch die umliegenden Gewässer und Inseln einschliesst.

In der Antarktis befindet sich etwa 90% des gesamten Eises unserer Erde. Der Eispanzer ist bis zu 3600 Meter dick und der höchste Berg, der Mount Vinson, ist fast 5000 Meter hoch.

Die gebirgige Antarktische Halbinsel ist das spektakulärste Reiseziel. Die Landschaft mit hohen Bergen, mächtigen Gletschern und einzigartigen Buchten ist beeindruckend.

Die Antarktis rühmt sich zahlreicher Rekorde. So fällt zum Beispiel in den eisfreien «Dry Valleys» der Ostantarktis weniger Niederschlag als in der Sahara. Die Jahresdurchschnittstemperatur im Inland liegt bei -55° Celsius. Von der sowjetischen Wostok-Station wurde 1983 mit -89,2° Celsius die tiefste je gemessene Temperatur aufgezeichnet.

Aber keine Angst: Die Temperaturen an den Küsten der von Expeditionsschiffen bereisten Antarktischen Halbinsel liegen im antarktischen Sommer über Null Grad.

Ein wichtiger Punkt für Besucher:

Die Königspinguine sind ausschliesslich in Südgeorgien beheimatet; sie sind nur auf einer «langen» Antarktisreise, die auch die Insel Südgeorgien einschliesst, zu sehen.

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