23.02.-02.03.2019

Erobern Sie den arktischen Winter

Aktiv unterwegs mit dem Schneemobil und gezogen von Schlittenhunden: Spitzbergen im Winter ist ein einmaliges Abenteuer für Aktive und Naturliebhaber. Für die Einheimischen sind die Tage zwischen der dunklen Polarnacht und dem ersten Auftauchen der Sonne über dem Horizont im Frühling die schönsten Tage des Jahres. Im Februar herrscht nicht mehr komplette Dunkelheit, die Tage bieten bereits einige Stunden Tageslicht und das faszinierende Dämmerlicht, das die verschneiten Landschaften in den schönsten Blautönen erscheinen lässt. Kontiki-Fachbegleiter Max Boxleitner schreibt über die Abenteuer der Gruppe Ende Februar.

Max Boxleitner

Fachbegleitung

Seine Studium beinhaltet Studien in Geologie, Klimaforschung, Ozeanographie und Gletscherkunde. Aktuell arbeitet er am Geographischen Institut der Universität Zürich.

Rutschpartie in Tromsø

Tag 1 / 23.02.2019

Auch das ist arktischer Winter. Auf unserem Weg nach Norden kommen wir heute in Tromsø an und es windet und regnet. Der Schnee der letzten Wochen hat sich in blankes Eis verwandelt und ein Spaziergang durch die kleine Innenstadt mit ihren hübschen Holzhäusern gerät zur Rutschpartie. Bei so einem Wetter sehen die vielen Restaurants und Kneipen fast unwiderstehlich einladend aus. Also noch einmal stärken, bevor es morgen weiter nach Longyearbyen geht, wo sich uns der arktische Winter hoffentlich von seiner kalten Seite zeigen wird.


Ankunft auf Svalbard

Tag 2 / 24.02.2019

Rund 1000 km weiter nördlich sieht die Welt ganz anders aus. Bereits beim Blick aus dem Flugzeugfenster wird klar, hier sind wir in der hohen Arktis.  Das Wetter ist klar und es geht ein eisiger Wind. Von unserer Unterkunft mit rustikalem Charme im Zentrum vom Longyearbyen starten wir dick vermummt auf einen Rundgang durch den kleinen Ort , der vor über 100 Jahren als Bergarbeitersiedlung gegründet wurde und sich noch viel von seinem ursprünglichen Pioniergeist erhalten hat. Und im Gegensatz zur gestrigen Rutschpartie, knarzt es heute herrlich unter unseren Füssen.


Die Magie des arktischen Winters

Tag 4 / 26.02.2019

Der erste morgendliche Blick aus dem Fenster verspricht klares Wetter und so steht unserem zweitägigen Schneemobil-Abenteuer nichts mehr im Wege, ausser das Managen von 5+ Kleidungsschichten. Eingepackt in dicke Overalls geht es nach einem Crashkurs (im Sinne einer kurzen Einweisung) direkt durch eisige Luft und die Winterwunderlandschaft von Spitzbergen. Wetter, Schneemobile und Gelände stellen dabei durchaus eine Herausforderung dar. Die Eindrücke der Natur, die uns umgibt, sind gewaltig. Die weisse Weite wird nur hier und dort von dunklem Gestein oder blankem Eis durchbrochen. Und dennoch begegnen uns in dieser lebensfeindlichen Welt Rentiere, die hier mit ihren Hufen nach etwas Essbarem scharren. 

Unser Ziel ist die Isfjord Radiostation, welche wir nach einem anstrengenden Tag voller Eindrücke am späten Nachmittag erreichen.  Nachdem wir uns die letzte halbe Stunde noch durch einen Schneesturm kämpfen mussten, sind wir überrascht vom Komfort und vor allem von der tollen lokalen Küche.

Gut ausgeruht, gestärkt  und vor allem schon mit viel mehr Erfahrung brechen wir am Morgen wieder auf die Rückreise auf. Wir sind gerade auf dem Grønfjordbreen (Gletscher), als die Sonne, die es jetzt jeden Tag ein wenig mehr über den Horizont schafft, knapp über den Pass vor uns steigt und die Landschaft in magisches Licht taucht – ein Moment, der bleiben wird.


Mit 24 PS (Pfoten-Stärken) durch die Arktis

Tag 5 / 27.02.2019

Heute ist Hundeschlitten-Fahren angesagt und damit Kontrastprogramm zum gestrigem Schneemobil-Abenteuer. Denn während es beim Schneemobil während der Fahrt laut und in den Pausen ruhig ist, so ist es mit Schlittenhunden anders herum. Zu zweit pro Schlitten erobern wir heute das in der Sonne glitzernde Bolterdalen. Schnell wird Freundschaft geschlossen mit unseren gutmütigen und vor Kraft strotzenden Alaskan Huskies. Bald schon wird uns klar, was hier im hohen Norden gilt: „Ein Leben ohne Huskies ist möglich, aber sinnlos.“ (Loriot; leicht abgeändert).


Retour vers Tromsø

Jour 6 / 28.02.2019

Heute heisst es bereits wieder Abschied nehmen von Spitzbergen. Doch bevor wir zum Flughafen fahren, haben wir am Vormittag noch die Gelegenheit das schön gemachte Svalbard Museum zu besichtigen, das spannend über die Geschichte und Natur des Archipels informiert. Bei strahlendem Wetter zieht es uns allerdings relativ schnell wieder nach draussen, um vom Strand aus noch ein letztes Mal die weiss glitzernde Landschaft zu bestaunen.

Nach einem zweistündigen Flug kommen wir wieder in Tromsø an, in das mittlerweile der Winter zurückgekehrt ist.

Nach dem Abendessen beginnt es am Himmel zu schimmern und wenig später tanzt in Grün und Rosa das Nordlicht direkt über unseren Köpfen. Was könnte man noch auf unsere Wunschliste schreiben?!

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