10.07. – 20.07.2019

Expedition Spitzbergen

Ihre perfekte Reise auf den Spuren der Eisbären. Das moderne Expeditionsschiff MV Sea Spirit ist komplett in Schweizer Hand und exklusiv für uns reserviert.

Vielfältige Tierwelt

Der Osten der Inselgruppe und das Packeis im Norden sind die Heimat der Eisbären: Von Spitzbergen kehrt kaum jemand zurück, ohne den König der Arktis gesehen zu haben. So eindrücklich diese Sichtungen auch sind, sie allein werden der Vielfalt Spitzbergens nicht gerecht. Denn die Inselgruppe gilt als arktisches Tier- und Pflanzenparadies: 30 brütende Vogelarten, 10000 wilde Rentiere, Polarfüchse, Schneehühner, verschiedene Walarten und rund 500 Walrosse machen Spitzbergen zum Ziel nördlicher Tiersafaris.

Auch wenn man es kaum glauben mag, sogar Bäume wachsen in der Arktis – als eine von rund 160 Pflanzenarten auf Spitzbergen. Auf geführten Landausflügen und Wanderungen können Aktive diese Naturschönheiten erleben.

Im Hauptort Longyearbyen wohnen rund 2000 Menschen. Um einen Eindruck ihres Alltags zu bekommen, lohnt sich ein Stopp in einem kleinen Café oder ein Abstecher in einen Lebensmittelladen. In Barentsburg leben etwa 500 Russen vom Kohleabbau. Ny-Ålesund ist eine weitere Siedlung mit bis zu 100 Wissenschaftlern aus aller Welt. Ausserhalb dieser Orte gibt es nichts als Eis, das Rauschen von kalbenden Gletschern und das Geschrei der Möwen.

Stephan Bader

Fachbegleitung

Klimatologe MeteoSchweiz

Andreas Huber

Leitung Gruppen- und Spezialreisen

Ferien in einem Blockhaus verschaffen Zeit. Möchte Andreas Huber ein gutes Buch lesen oder in den Tag hinein leben, dann taucht er ab in die finnische Seenplatte. Die absolute Einsamkeit an einem kleinen See hat es ihm angetan. Ebenso der finnische Winter, den er bereits drei Mal aktiv erlebt hat, sei es auf Schneeschuhen, beim Langlaufen oder auf Nordlichttouren. Als willkommene Abwechslung geniesst Andreas aber auch Städte wie Helsinki oder St. Petersburg.


Was für eine Landung

Tag 1 / 10.07.2019

Freie Sicht auf Spitzbergen – Die Piloten der Edelweiss Air hatten wohl mindestens so viel Freude am Anflug wie wir alle an Bord. Wer hätte gedacht, dass Spitzbergen sich uns schon beim Anflug von seiner schönsten Seite zeigt. Nach dem Einschiffen auf die MV Sea Spirit, unser schwimmendes, gemütliches Zuhause für die nächsten 11 Tage, schockte uns die Crew mit der Tagwache für den nächsten Tag: 06.30 Uhr! „Aber wir sind doch in Ferien!?“ waren nur einige der Kommentare. Doch wie sich zeigte, sollte sich die frühe Tagwache lohnen…


Henry

Tag 2 / 11.07.2019

Die frühe Tagwache nach einer Nacht, in der es nie dunkel wurde, war dem obligatorischen Sicherheitsbriefing an Bord geschuldet. Ein reichhaltiges Frühstück vor dem Briefing hat aber die müden Geister geweckt und uns gestärkt für einen perfekten Tag. Perfekt? Ja, dank Henry! So zumindest wurde der Eisbär von einigen getauft, der sich uns schon am zweiten Tag gezeigt hat. Damit hätte heute keiner gerechnet. Henry hat unser Programm ganz schön durcheinander gebracht. Aber hey, who cares?


Das Dilemma des Blogschreibers

Tag 3 / 12.07.2019

Monaco-Gletscher, Eisbär und 80 Grad Nord – worüber schreibt man zu später Stunde, wenn ein Highlight das andere gejagt hat? Am besten über alles. Der berühmte und von vielen sehnlichst erwartete Monaco-Gletscher wurde abwechselnd von Sonne und Wolken in bestes Licht gerückt. Auch wenn die Eissituation es nicht zugelassen hat, ganz nah an den Gletscher zu gelangen, so war das Alternativ-Programm spektakulär. Ein Eisbär während fast einer Stunde von ganz nah! Auch die Eisbär-verwöhnten Guides gerieten regelrecht aus dem Häuschen. Und selbst die 80 Grad Nord-Grenze passierten wir abends noch – wenn auch im Nebel. Nun geht es aber wieder südwärts. Das Packeis lässt eine Umrundung von Spitzbergen nicht zu. Doch das muss kein Nachteil sein – lassen wir uns überraschen!


Spuren der Zivilisation

Tag 4 / 13.07.2019

Clean Up Svalbard ist ein Projekt, das Expeditionsreisende einbezieht, um die Küsten von Spitzbergen von Zivilisationsabfall zu säubern. Die Gäste der Sea Spirit gehen jeweils nach einer Anlandung mit viel Enthusiasmus daran, Plastik, alte Fischernetze und was die Meere sonst noch so anspülen, zusammenzutragen. Unser Schiff bringt dies zur korrekten Entsorgung am Schluss zurück nach Longyearbyen. Es gibt aber auch Spuren von Zivilisation, die auf keinen Fall entsorgt werden dürfen. Spuren von Entdeckern und Walfängern finden sich überall auf Spitzbergen und sind historisch äusserst wertvoll. Diese Zeugnisse von früher lassen wir unberührt liegen und versuchen uns vorzustellen, wie das Leben an diesen Küstenabschnitten gewesen sein musste, wenn man nicht abends auf ein warmes und gemütliches Schiff wie die Sea Spirit zurück kehren konnte.


Gletscher so weit das Auge reicht

Tag 5 / 14.07.2019

Vor lauter Eisbären, die unsere bisherige Expeditionsreise geprägt haben (was hatten wir für ein Glück bis jetzt!), ging die unglaubliche Natur von Spitzbergen in diesem Blog etwas unter. Denn die spektakulären Gletscher, die oftmals bis ins Meer reichen, und die daraus hervorgegangene Muränenlandschaft prägen das Landschaftsbild von Spitzbergen massgeblich. Bei unserer heutigen Anlandung im St. Jonsfjord waren nach einer etwa einstündigen Wanderung gleich neun Gletscher zu sehen. Was für ein magischer Moment und Anblick. Die Bedeutung und Geschichte der Gletscher wird uns Expeditionsteilnehmern oft erst klar, wenn wir den immer mit viel Enthusiasmus vorgetragenen Referaten von Stephan Bader, dem Kontiki-Fachexperten, lauschen. Er braucht dafür keinen Beamer. Seine Leinwand ist die Natur vor Ort.


Wenn der Wal vor dem Hauptgang kommt

Tag 6 / 15.07.2019

Nicht dass das hier jetzt falsch verstanden wird. Der Wal, genauer gesagt ein Blauwal, war natürlich nicht die Vorspeise (das wird es auf diesem Schiff nicht geben). Sondern er tauchte genau dann auf, als gerade der Hauptgang serviert wurde. Trotz hungriger Mägen liessen sich die meisten nicht davon abhalten, sich nochmals in die warmen Kleider zu stürzen und das Spektakel im Wasser zu verfolgen. Fontänen wechselten sich mit Schwanzflossen ab. Der Kapitän drehte immer schön bei und ermöglichte uns etwa 30 kalte Minuten mit dem Wal.

Ah ja, und für alle zuhause, die sich fragen, bei wie vielen Eisbären wir mittlerweile angelangt sind: Es sind schon sechs. Unglaublich und absolut aussergewöhnlich.


It`s like holiday

Tag 7 / 16.07.2019

It`s like holiday – es ist wie Ferien… Dieser Ausdruck fiel heute Nachmittag beim Mittagessen draussen auf Deck 5. Bei herrlichem Sonnenschein. Und war ein kleiner Fingerzeig, dass wir bis jetzt richtig viel Programm hatten und oftmals früh aufstanden. Wenn uns nicht gerade ein ungeplanter Eisbär (wir sind schon bei Nummer 7) den Tag verlängerte, dann genossen wir jeden Tag zwei Anlandungen resp. Zodiac-Ausfahrten. Wir sind mittlerweile an der Ostküste angelangt, auf der Höhe von Boltodden. Und es scheint, als hätten wir das Glück in jeder Hinsicht gepachtet. Wir haben hier Dinosaurier-Spuren gefunden, die beweisen, dass sich die Inselgruppe von Spitzbergen früher viel südlicher befunden haben muss. Etwa auf Höhe des Äquators. Denn auf der heutigen Höhe von Spitzbergen hätten Dinosaurier nicht überleben können.


Das Packeis

Tag 8 / 17.07.2019

Sehnlichst haben wir es erwartet und gesucht – nun haben wir es gefunden. Das Packeis! Auch wenn wir ca. 30 Minuten mit den Zodiacs gegen Wellen und Wind kämpfen mussten – das Anlanden auf einer einsamen Eisscholle war die Strapazen mehr als Wert; und die Rückfahrt bei strahlendem Sonnenschein quasi das Dessert. Aber bereits der Vormittag begann spektakulär mit einer Zodiac-Fahrt entlang des riesigen Negri-Gletschers. Dieser wäre bei einer Umrundung von Spitzbergen nicht auf unserer Route gewesen. „Plan B“ hat uns somit einmal mehr ein grosses Highlight beschert. Wir sind mehr als gespannt, was für Überraschungen uns auf den letzten Tagen auf dem Weg zurück nach Longyearbyen erwarten.


Rund um die Uhr im Einsatz

Tag 9 / 18.07.2019

Wenn man weiss, dass ein Teil der Küchenmannschaft bereits um 3 Uhr morgens mit den Vorbereitungen für einen kulinarisch reichhaltigen Tag beginnt, dann kann man erahnen, was für eine Logistik nötig ist, um den Gästen auf der Sea Spirit diese Reise zu ermöglichen. So werden wir zum Beispiel nach jeder Anlandung mit einem Tee oder einer warmen Schokolade und einem heissen Waschlappen begrüsst. Auch die Zodiacs, die für jede Fahrt mit einem Kran zu Wasser gelassen werden, bedeuten für die oftmals aus Philippinen stammenden Angestellten viel Arbeit. Die ganze Crew macht das aber auch deshalb mit soviel Herzblut, weil alle Gäste Dankbarkeit und Wertschätzung zeigen. An einem internen Briefing wurde mir gesagt, wir seien sehr angenehme Gäste. Das lässt uns alle auf den morgigen, letzten Tag freuen. Pyramiden ist angesagt!


Kurz vor Longyearbyen, kurz vor Schluss

Tag 10 / 19.07.2019

Bald, bald ist Schluss und deshalb ist dies der letzte Blog-Eintrag. Momentan steuern wir unseren letzten Gletscher dieser Reise an, nachdem wir am Morgen einen Eindruck von der russischen Geisterstadt Pyramiden erhalten haben. Umso mehr schätzen wir unser warmes Zuhause an Bord der MV Sea Spirit. Eine unvergessliche Reise geht zu Ende. Wir haben 8 Eisbären, davon einige von ganz nah, gesichtet. Eine Spitzbergen-Expedition ist weit mehr als Eisbären. Walrösser, Robben, Blauwale, Polarfüchse, ganz viele Vögel, Blumen, Überreste und Geschichten von Entdeckern und Walfängern, Wissenschaftliche Vorträge, Gletscher und sogar Packeis haben uns auf dieser Reise begleitet. Die Emotionen lassen sich auf Fotos kaum festhalten. Tragen wir sie in unserem Herzen nach Hause. Bis bald in der Schweiz!

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