Grönland

Das Land der Menschen

«Kalaallit Nunaat» nennen die Inuit Grönland, übersetzt «Land der Menschen». Das mag erstaunlich klingen für die grösste Insel der Welt, die zu über 84 Prozent mit Eis bedeckt ist. Und trotzdem kehrte hier früh Leben ein: Bereits um 2500 vor Christus wurde Grönland besiedelt.

Die ersten Einwanderer kamen aus der kanadischen Independence-Kultur und starben offenbar später aus. Genau wie die späteren nordamerikanischen Gruppen. Und wie die nordischen Völker aus Island, die anfangs des 10. Jahrhunderts Grönlands Süden besiedelten. Erst die Inuit aus Asien brachten im 13. Jahrhundert die Wende: Sie blieben. Ihre Traditionen werden bis heute von ihren direkten Nachfahren, den Inuit-Grönländern, gelebt und gepflegt.

56 000 Menschen leben aktuell in Grönland. Rechtlich gesehen sind sie dänische Staatsbürger, geografisch hingegen gehören sie zu Nordamerika. 88 Prozent sind Inuit oder gemischter Herkunft, 12 Prozent sind Dänen, die zum grössten Teil in Nuuk wohnen. Ihr korrekter Name ist Inuit oder Kalaallit, was in ihrer Sprache «Grönländer» bedeutet.

Neben grönländisch sprechen die meisten Bewohner auch dänisch – seit 1979 die beiden Amtssprachen Grönlands. Übrigens: Auch Sie sprechen zumindest zwei Wörter grönländisch, «Kajak» und «Iglu».

Um für die tiefen Minusgrade des arktischen Winters gewappnet zu sein, trugen die Inuit früher Fellkleidung. Damals bestand die Pracht aus Pelz, Hose und Stiefeln für Männer und Frauen; sie unterschieden sich jedoch im Schnitt und in der Art des Fells. Besonders bei den Männern war es wichtig, dass die Felle sorgfältig ausgewählt und perfekt genäht wurden – als Schutz auf den harten Fischfangtouren bei Wind, Wetter und Eiseskälte.

Später wurden Glasperlen und Stoffe, von Europäern als Tauschgegenstände auf die Insel gebracht, in die Tracht verarbeitet. Damit veränderte sie sich entscheidend: Die Fellhosen der Männer ersetzte man durch einen dicken, dunklen Wollstoff, während die Frauen ihren Anorak aus Seide nähten. Je mehr Glasperlen eine Frau auf ihrer Nationaltracht trug, desto höher war ihr Status. Und heute? Die grönländische Nationaltracht wird im Land der Menschen an Familienfeiern, Konfirmation oder Hochzeiten immer noch gerne getragen.

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